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Plotten mit StoryIt

9. Februar 2019 | Allgemein | Author:

Chriz Wagner, Autorenkollege aus dem Montségur-Autorenforum, hat ein browserbasiertes Plotting-Tool für Schriftsteller programmiert. Autorendienstlerin Mascha war am Betatest beteiligt und sofort begeistert, weil StoryIt einen flexiblen Rahmen bietet, um eine Geschichte zu entwickeln. Man ist nicht gezwungen, in einer vorgegeben Reihenfolge vorzugehen, sondern kann ganz intuitiv und organisch sein Projekt entwickeln.

Grund genug, mit Chriz ein Interview über die Hintergründe von StoryIt zu führen.

Was kann StoryIt?

StoryIt ist ein Werkzeug zum Entwickeln von Geschichten. Ein Plotting-Tool. Man kann Figuren und Schauplätze verwalten, die Plotstruktur erarbeiten, Szenen erzeugen, die sich in die Struktur einfügen und sich spannungstreibende Schlüsselmomente festegen.

Außerdem ist StoryIt ein Auffangbehälter zum Sammeln von Ideen. Da es browserbasiert ist, kann man überall, wo man Internet hat, auf seine Projekte zugreifen.

Ordnet man eine Idee einem Plotpunkt, einer Figur, einem Schauplatz oder einer Szene zu, macht sie sich von allein bemerkbar, sobald du an dem betreffenden Element arbeitest.

Ich entwickle StoryIt stetig weiter. Mein Ziel ist es, Autor*innen irgendwann alles zu bieten, was sie zur Geschichtenentwicklung brauchen.

Was hat dich dazu bewogen, ein Online-Plotting-Tool zu programmieren?

Das Thema „Plotting“ fasziniert mich. Geschichten zu erfinden macht mir großen Spaß. Darum war ich eine ganze Weile auf der Suche nach dem für mich perfekten Plotting-Tool. Ich habe mir einiges angesehen. Und keine Frage: Es gibt da wirklich tolle Werkzeuge. Jedes hat sein Kernthema, das Eine kann dies besser, das Andere jenes. Jedoch keine Software hat ganz zu meiner Herangehensweise gepasst, was durchaus auch an meiner Arbeitsweise liegen kann.

Eine besondere Hürde ist der Einsatz unterwegs, auf dem Smartphone und auch auf dem Tablet. Das können nur wenige Tools. Als ein konkretes Buchprojekt auf mich zukam, hatte einfach keine Lust mehr, fehlende Funktionalitäten durch Workarounds auszugleichen.

Woher hast du die technischen Fähigkeiten?

Wie viele andere Autor*innen auch habe ich einen Brotjob, der mir den Lebensunterhalt sichert. Ich bin Softwareentwickler bei einer Bayerischen Behörde und kümmere mich dort auch um den Betrieb datenbankgestützter Anwendungen.

Im Grunde genommen habe ich bei der Entwicklung von StoryIt nichts anderes getan, was ich sonst auch tue. Nur, dass ich diesmal mein eigener Kunde war.

Was ist an StoryIt besonders?

Zum Ersten kann das Tool alles, was man als Geschichtenerfinder braucht – und zwar tatsächlich von der Idee bis zur fertigen Geschichte. StoryIt erkennt Ideen als eigenständige Elemente, macht daraus Szenen, vernetzt Ideen oder bringt sie zum Vorschein, wenn sie bearbeitet werden müssen.

Es gibt eine Figuren- und eine Schauplatzdatenbank, wobei die Parameter wie Alter, Geschlecht, Haarfarbe etc. vom Autor frei definiert werden können. StoryIt kennt Schlüsselmomente, Handlungsstränge und Kapitel und kann mit allen wesentlichen Plot-Strukturen, wie beispielsweise der Heldenreise, umgehen. Außerdem stecken so einige hilfreiche Kniffe in der Oberfläche, wie das sogenannte Storygitter, der provisorische Wechsel des Blickwinkels oder eine Querlesen-Funktion, die ich selbst besonders gern mag, zum Eintauchen in die Geschichte und um ein Gefühl für die Szenenabfolge zu bekommen.

Zum Zweiten steckt in dem Tool, so wie es heute aussieht, ein Community-Projekt. Von Autoren für Autoren habe ich mir auf die Fahne geschrieben.

Ursprünglich habe ich StoryIt nur für mich entwickelt. Dann war da die Frage, ob es anderen Autor*innen auch gefallen könnte. Ich habe die virtuellen Türen aufgesperrt und ein Dutzend Autor*innen draufgelassen. Dabei herausgekommen ist eine ganze Menge tolles Feedback, das ich zum großen Teil sofort eingearbeitet habe. Nun ist die erste Version so weit, dass sie freigegeben wurde.

Und wie der Unterpunkt „Blick in die Zukunft“ auf der Steady-Seite zeigt, habe ich vor, noch viele weitere Features in die Software zu integrieren, soweit es mir meine Zeit erlaubt – von Autoren für Autoren.

Ist StoryIt auch für Bauchschreiber geeignet?

Diese Frage kann ich nicht direkt beantworten. Ich plotte nach Plan, mit dem Manko, dass die Ideen bei mir nur selten in chronologischer Reihenfolge geboren werden. Darum ist StoryIt so aufgebaut, dass man mal von der einen Seite an das Projekt herangehen kann, dann wieder von einer anderen. Nach und nach setzt sich die Story zu einem großen Ganzen zusammen.

Mittlerweile habe ich aber auch schon von Autor*innen erfahren, die sogenannte Bauchschreiber sind, dass sie sehr gut mit der Plattform zurechtkommen. Also ich denke, auch für Bauchschreiber ist‘s einen Versuch wert. Die ersten 30 Tage kosten ja nichts.

Was sagen die Nutzer über StoryIt?

Ich habe schon eine ganze Menge Rückmeldungen erhalten. Das Feedback reicht von „Seitdem ich StoryIt verwende, macht mir das Plotten endlich Spaß!“ bis „Für mich unbrauchbar.“

Was mich freut: Die positiven Rückmeldungen überwiegen gewaltig.

Was muss ich machen, wenn ich StoryIt nutzen will?

Das ist ganz einfach.

Es genügt, ein Unterstützer-Paket auf der Plattform Steady zu buchen.

Ich lege für jeden Unterstützer den persönlichen Arbeitsbereich an und lasse ihm die Zugangsdaten per automatisierter E-Mail zukommen.

Was kostet StoryIt?

StoryIt kann man nicht kaufen.

Der Betrieb und die Weiterentwicklung der Plattform finanzieren sich über die freiwillige Unterstützung auf der Crowdfunding-Plattform Steady. Jeder Unterstützer bekommt einen eigenen StoryIt-Zugang und kann fortan mit der Software arbeiten.

Derzeit gibt es zwei Pakete:

Über den einfachen Zugang mit dem AutorIn Basispaket hat man für 4 Euro pro Monat die Möglichkeit, zwei Stories gleichzeitig zu bearbeiten. Und dann ist da noch das Paket Bestseller-AutorIn, das man für 7 Euro monatlich haben kann und das die Beschränkung von zwei Stories aufhebt. Nach mindestens einem Monat Laufzeit kann man kündigen und dann jeweils zum Ende eines weiteren Monats.

Kannst du kurz erklären, was Steady ist?

Steady ist eine sogenannte Crowdfunding-Plattform.

Hat man eine tolle Idee, einen Blog vielleicht oder das Konzept für einen neuartigen Youtube-Kanal (oder die Idee für eine neuartige Plotting-Plattform 🙂 ), dann kann man dort um monatliche finanzielle Unterstützung bitten.

Viele Medien-Anbieter*innen nutzen Steady, um eine Paywall auf ihrer Seite zu realisieren; dann gibt es auf deren Plattform beispielsweise Artikel, die erst nach bezahlter Unterstützung weitergelesen werden können.

Vielleicht kennen Einige den Postillon, das Titanic-Magazin oder die Krautreporter? Diese Anbieter lassen sich auf der Plattform Steady von ihren Fans unterstützen.

Und dann ist da noch dieses unscheinbare Projekt: StoryIt heißt es.

Der bessere Steady-Titel wäre ja: StoryIt für alle. Weil ich hoffe, dass es große Verbreitung findet. Gerne möchte ich mich dauerhaft um die Online-Plattform StoryIt kümmern, viele neue Features entwickeln und die Community wachsen sehen.

Schaut mal rein!

StoryIt bei Steady
https://steadyhq.com/de/storyit

Homepage:
https://storyit.de/

FAQ
https://storyit.de/faq.html




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